Nachdem es einen Tag zuvor geregnet und gestürmt hatte, schien am nächsten Morgen die Sonne und frohgelaunt fuhren 49 Mitglieder zu den Königlichen Gewächshäusern nach Laken, bei Brüssel. Sie gehören mit ihren 14.000 Quadratmetern zu den größten Gewächshäusern der Welt und werden nur drei Wochen im Jahr für das Publikum geöffnet. Es ist der Privatgarten der königlichen Familie von Belgien.

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Wir haben eine gute Zeit erwischt und so ging es zügig durch das gusseiserne Tor vorbei am Königs-Schloss in die Orangerie. Am Eingang stehen Zitrus- und Lorbeerbäume, Rhododendren und Kamelien, die leider noch nicht in der Blüte standen. Entspannt konnten wir durch die größte zusammenhänge Glaslandschaft Europas schlendern. Eine Anlage aus Glas mit Kuppeln, Türmchen und Pavillons, die durch gläserne Tunnel verbunden ist. Von weitem ist das rechteckige Palmenhaus mit seinem ovalen Querschiff zu bewundern, das mit Jugendstilmotiven verziert ist. Natürlich wurde hier kräftig fotografiert. Wunderschön anzusehen ist auch die gepflegte Parkanlage mit seinem Neptun-Brunnen. Der Park
selbst kann das ganze Jahr über besucht werden.Der Weg in den Gewächshäusern führt durch 15 verschiedene Häuser mit außergewöhnlichen heimischen und tropischen Pflanzen wie z. B. Palmen, Gummibäume und verschiedenen Baumfarnen. Im Spiegelhaus konnten wir unter vielen anderen Pflanzen einen beeindruckenden Königsfarm sowie einen großen Zimtbaum bewundern. Blumen wie Pelargonien, hängende Fuchsien an den Decken, Azaleen in kräftigen Farben im Azaleenhaus, Schönmalven und Orchideen. Im Dianahaus ziert eine bunte Geranien-Galerie rechts und links die Wege. Zwischen all der Pracht befindet sich liebevoll gestaltet eine kleine Landschaft aus Bonsaibäumen. Wer genau hinschaute, entdeckte sogar zwei Schlümpfe.

20190425 12503020190425 125304König Leopold II. brachte von seinen Auslandsreisen immer wieder neue Pflanzenarten mit. Er sparte weder Geld noch Mühen, um die gläserne Stadt zu etwas Einzigartigem zu machen und widmete viel Zeit seinen Gewächshäusern. Im Palmenpavillon, den er aufwändig modernisieren ließ, verbrachte Leopold II. seine letzten Jahre, wo er auch im Jahre 1909 starb. Die meisten seiner königlichen Besitztümer gingen danach an den Staat, der bis heute die „Königliche Schenkung“ verwaltet.

Viel zu schnell war der Rundgang zu Ende. Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Abstecher in das Herz der Brüsseler Innenstadt. Inzwischen hat es angefangen zu regnen, doch das störte uns nicht. Die vielen kleinen Gassen mit den alten Bauten und die vielen Geschäfte mit den leckeren Pralinen ließen uns den Regen vergessen. Besonders sehenswert war der Grand Place (Großer Markt) mit seinen imposanten Gebäuden, wie unter anderem das Rathaus und das Königshaus mit den wunderschönen goldenen Fassaden. Aufgrund seiner besonderen Schönheit wurde der Grand Place auch zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, denn er gilt als einer der sehenswertesten Plätze in ganz Europa.

IMG 012820190425 121626Ein Muss war ja noch das berühmte „Manneken Pis“. Das pinkelnde Männlein gilt als Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt und ist eines der beliebtesten Attraktionen der Stadt.

Das Original mit seiner vielen Kleidung, die die Brüsseler für ihn angefertigt haben, ist im Brüsseler Museum zu besichtigen. Viele hatten eine Statue erwartet und waren von seiner geringen Größe von 55 cm enttäuscht. Stets steht eine Traube von Menschen vor diesem kleinen Kerl, die sich vom Anblick nicht lösen kann. Ein Foto zu machen war dann auch nicht so einfach.
Wie schnell auch hier die Zeit umgegangen ist. Ungern mussten wir zum Bus zurück, der uns wohlbehalten, müde und zufrieden nach Hause brachte.

Ellen Jasper

   
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